Start Aus unserer Arbeit - Veranstaltungsberichte König Ludwig I: Kunst und Bauen - schöne Frauen
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Eine Geschichtsstunde von besonderer Art hat Gustl Lex den zahlreichen Zuhörern im bayerischen Hof in Prien geboten. Unser Verein hatte eingeladen. Der Vereinsvorsitzende Rudi Mörtl machte in seiner Begrüßung darauf aufmerksam, daß der Vortrag auf Bairisch gehalten werde. „Das zeigt“, so Rudi Mörtl, „daß Bairisch nicht nur die Sprache fürs Wirtshaus ist, sondern daß sie sich auch für ernste Themen wie z. B. für die Darstellung historischer Zusammenhänge eignet.“
Gustl Lex beim Vortrag über König Ludwig I.Gustl Lex hat König Ludwig I. vorgestellt. Sein ohnehin profundes Wissen zu dem Thema hatte er mit der Lektüre von 20 Büchern noch einmal vertieft. Neben der bekannteren Historie förderte er zusätzlich weit weniger bekannte Fakten  und allerhand Anekdoten zutage.
 Im Gegensatz zu seinem Enkel Ludwig II. war er ein Baumeister, der für Bayern wirklich das geleistet habe, was man vom Märchenkönig erzählt. Er hat für das Volk gebaut ohne Schulden zu machen und viel aus seinem Privatvermögen finanziert. Unter seiner Regentschaft entstand, um nur einige zu nennen, die ein Kilometer lange Ludwigstraße, die Feldherrnhalle, die Universität, Staatsbibliothek und das Leuchtenbergpalais. Die Ludwigskirche, das Siegestor mit seiner Quadriga, der Königsplatz mit der Glyptothek, die alte und neue Pinakothek, fünf Kirchen und die Ruhmeshalle sowie die Bavaria. Weiter die Walhalla bei Donaustauf, die Befreiungshalle bei Kelheim, und die alte Saline in Reichenhall.
1836 stimmt er einer Wiedereröffnung des Benediktinerklosters auf der Fraueninsel und damit seiner 75. Klostergründung zu. Unter seiner Regentschaft wurden 1835 die erste Eisenbahn und der Donau-Main-Kanal erbaut.
Seine Leidenschaft galt aber auch schönen Frauen. Zum Verhängnis wird dem Monarchen sein Verhältnis mit der Tänzerin Lola Montez. Die Affäre entwickelt sich zur Staatskrise und der König dankt am 20. März 1848 ab.
Gestorben ist er am 29. Februar 1868 in Nizza. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Abteikirche St. Bonifaz, sein Herz aber, das so viel Gutes getan hat, ruht in der Gnadenkapelle in Altötting.

Manuela Keil