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Claudia Koreck –
jung und modern – bairisch und selbstbewußt

In einem Café am Traunsteiner Stadtplatz haben wir uns mit der in Traunstein heimischen Sängerin Claudia Koreck getroffen.  Mit ihren durchwegs in ihrer gewachsenen Mundart vorgetragenen Liedern gilt sie für unseren Verein als hoffnungsvolles Zeichen, dass die Heimatsprache noch nicht ausgestorben ist, sondern vielmehr wieder neuen Auftrieb bekommt.

Claudia Koreck (Foto cw)Für ihre Bilderbuchkarriere schöpft sie die Kraft aus ihrer tiefen Erdung in Heimat und Familie, aus Durchsetzungsvermögen und Unternehmergeist und daraus, dass sie sich nicht verbiegen lässt in einer knallharten modernen Musikwelt. Sie sagt, „ma ko se im Musikgeschäft nur durchsetzn, wenn ma woaß, wos ma wui“ – und das glaubt man ihr auch.

Dabei ist sie im privaten Rahmen unauffällig und bescheiden, doch auf der Bühne „explodiert“ sie als Kraftpaket. Was sie fühlt und dort mit ihren Liedern ausdrücken will, das fühlt sie in ihrer Heimatsprache und so drückt sie es auch aus. Damit erobert sie ihr Publikum und trifft mit der Chiemgauer Mundart nicht nur die Herzen der bairischen Zuhörer aller Altersstufen. Sie weiß auch, dass ihre heimatliche bairische Mundart sehr gut klingt und vieles ausdrücken kann, was in der Schriftsprache gar nicht möglich wäre und „deshalb werde ich wahrscheinlich beim Bayerischen bleiben.“ Sie ist sehr enttäuscht, wenn man sie mit Showpüppchen verwechselt, die nur auf die Bühne gehen, um gesehen zu werden - das ist sie einfach nicht. Sie trug auch schon erfolgreich ihre herzerfrischende Traunsteiner Art „Barfuß um die Welt“ und komponierte sogar das Titellied für Joseph Vilsmaiers Film „Brandner Kaspar – s’ ewig Lebn“, aber richtig bekannt wurde sie vor allem durch ihr Debütalbum „Fliagn“. Claudia Koreck trägt ein gutes Stück dazu bei, dass die Mundart auch bei jungen Leuten wieder populär wird und unterstreicht ihre Auftritte durch ihr frischfröhliches unkompliziertes Wesen.

Genauso frisch und frei und ansteckend fröhlich beantwortete sie auch unsere Fragen:

Es ist schön, daß du heute Zeit für uns hast.
Ich habe jetzt drei Jahre lang am Stück hart im Showgeschäft gearbeitet und brauche jetzt einfach einmal eine Pause.
Was ist Dir wichtig im Leben?
Ausser der Musik die Familie, ich bin ein Familienmensch. Traunstein ist mein Daheim, dazu gehören neben meinen Eltern und Geschwistern auch meine Oma, die mich eigentlich zur Musik gebracht hat, und meine Freunde.
Was kannst Du nicht ausstehen?
Wenn mir jemand lang beleidigt ist – ich will, dass immer alles schnell wieder gut wird. Das war der wichtigste Tipp von meiner Oma: Nie ins Bett gehen, wenn ein Streit nicht geschlichtet ist.
Für wen oder was würdest Du durchs Feuer gehen?
Für alle, die mir am Herzen liegen – Familie, Freund und Freunde.
Was hat dich am stärksten geprägt?
Dass Traunstein mein Daheim ist. Ich selbst bin nicht das Wichtigste, sondern der Zusammenhalt in der Familie. Musikalisch war für mich prägend, dass ich schon als Kind Auftritte in einer Kinder-Popband hatte und damit auch auf Tour war. Meine Mama fand das super, dass ich das gemacht habe.
Was ist dein liebstes Buch?
Ich lese sehr gern und viel. Mein Lieblingsbuch ist „Siddharta“ von Hermann Hesse. Ich habe schon als kleines Kind zu lesen angefangen und Siddharta habe ich von meiner Oma zum 16. Geburtstag bekommen.
Was bedeutet dir Heimat?
Meine Heimat ist Hufschlag bei Traunstein, dort habe ich meine Ur-Wurzeln und viele Erinnerungen. Ich kann überall daheim sein, aber Traunstein ist meine Wurzel-Heimat, dort habe ich viele Menschen, die mir vertraut sind und mit denen ich mich vertraut machen mag.
Ist München Heimat?
Ja, aber eine andere Art von Heimat und ich fühle mich dort auch wohl. Was ich in Traunstein vermisse, berufliche inspirierende Kontakte zum Beispiel, finde ich in München.
Macht das vereinte Europa die Heimat überflüssig?
Überflüssig ist Heimat nie. Jeder kann sich irgendwo daheim fühlen, so wie andere Leute sich auch bei uns daheim fühlen.
Warum ist dir der Dialekt wichtig?
Ich bin mit dem Dialekt aufgewachsen, bin so groß geworden, für jedes Gefühl habe ich ein Wort, der Dialekt gehört für mich einfach dazu. Musik ist eine Art von Kunst, man muss nicht jedes Wort verstehen. Dialekt ist spannend und veränderlich, schon nach zwei bis drei Kilometer spricht man schon wieder ein bisschen anders.
Wie kann man die jüngere Generation für den Dialekt begeistern?
In den letzten Jahren hat sich einiges verbessert für den Dialekt. Es ist schon relativ viel geschehen, auch in den Medien ist er präsent. Die Leute wollen das auch hören, aber man kann niemand etwas aufzwingen; die Leute müssen für sich herausfinden, ob sie den Dialekt hören oder sprechen wollen. Aber es gibt auch schon viele Vorbilder im Promi-Bereich.
Was würdest Du unseren bayerischen Politikern mit auf den Weg geben?
Hier halt ich mich zurück!
Wie kann man die Jugend dazu bringen, Bairisch zu sprechen?
Die Eltern müssen das einfach vorleben.
Danke für das Gespräch!

Das Gespräch mit Claudia Koreck führten Christina Waldherr und Rudi Mörtl