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Bayrischer Verdienstorden für Franz Niegel – Pfarrer, Bergsteiger und Förderer altbayerischen Brauchtums

Im Berchtesgadener Land geboren und aufgewachsen, hat der jetzt 85-jährige Franz Niegel sein Leben lang die Verbindung zum altbayerischen Brauchtum gepflegt – besonders zu Musik und Gesang.

Franz Niegel auf Schitour im Watzmannkar, Ende der 60er-Jahre -- Foto Gerhard Friedrich

Die Primizfeier in Berchtesgaden 1954 – Prediger war der Studienfreund und heutige Papst Benedikt XVI. – wurde zu einem regelrechten Sänger- und Musikantentreffen mit illustren Gästen wie Tobi Reiser sen., Annette Thoma, dem Kiem Pauli und dem Fanderl Wastl.

Nach kurzen Stationen als Kaplan in verschiedenen Pfarreien fand Franz Niegel seine zweite Heimat in Unterwössen. 37 Jahre wirkte er hier nicht nur als Pfarrer, sondern sorgte dafür, dass Pfarrkirche und Pfarrheim zu einem Zentrum für alpenländische Volksmusik wurden.

So entstand in den 70er Jahren die Idee der „Matinee" genannten Musikanten- und Sängertreffen nach besonderen Festgottesdiensten. Im Pfarrheim sangen und spielten unter vielen anderen: das Tobi Reiser Ensemble, die Fischbachauer Sängerinnen, die Kreuther Klarinettenmusi – und natürlich die Walchschmiedbuam aus Oberwössen.

Die Geschwister Georg und Franz Meier und deren Vetter Hias Meier verdanken dem Niegel Franz ihren Beginn als Sängergruppe.

Hias Meier erzählt: „1963 hat uns der Niegel Franz nach einem Gottesdienst in die Sakristei beordert – als Chorsänger waren wir ihm bekannt - und uns Liedblätter in die Hand gedrückt. Wir sollen doch diese Lieder mal zu dritt probieren."

So wurde dank dem Gespür von Pfarrer Niegel eine der besten Sängergruppen aus der Taufe gehoben.

Eine weitere Leidenschaft neben der Brauchtums-pflege galt dem Bergsteigen. Neben Klettereien in jüngeren Jahren, war er auf unzähligen Bergwanderungen unterwegs.

Auch wenn das Musikalische nur ein Aspekt unter vielen anderen im Leben ist, drückt das Schlusswort von Pfarrer Niegel bei einer seiner Matineen doch ein Herzensanliegen aus:

„Mitten in einer Zeit, in der man nur noch plant und berechnet, gibt es Sänger und Musikanten, die dafür sorgen, dass das Bunte und Warmherzige in unserem Land weiterlebt."

Am 20.Juli 2011 wurde Monsignore Franz Niegel für sein Bemühen um die bayerische Volksmusik und das Liedgut mit dem Bayerischen Verdienstorden geehrt.

(Bild: Franz Niegel auf Schitour im Watzmannkar, Ende der 60er-Jahre -- Foto Gerhard Friedrich)

Herbert Huber